Das Chorgestühl im Ulmer Münster

Das Chorgestühl des Ulmer Münster gehört zu den schönsten und aufwändigsten der deutschen Gotik und zeigt neben Philosophen und Sybillen auch eine Unzahl an Wunder- und Fabelwesen – ein bizarres Kuriositätenkabinett mittelalterlicher Fantasie in Eichenholz geschnitzt. Besonders die Gestalten auf den Unterseiten der Klappen faszinieren, offenbaren sie doch eine Welt abseits aller Frömmigkeit, in der sich das wilde Leben außerhalb der klerikalen Ordnung tummeln darf – und das im Angesicht des Hochaltars.
Nicht jedes der Mischwesen lässt sich in seiner Symbolik entschlüsseln, manchmal finden wir Anklänge an Naturgeister, Anspielungen auf dämonische Gestalten, Figuren in durchaus nicht christlichen Posen, apotropäische Gesichter, Symboltiere …
Eine Reise durch eine Bilderwelt, die den Menschen in jener Zeit offenbar trotz aller Frömmelei gar nicht so fremd und sehr wichtig war.


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Mit den STADTSPÜRERN durch das Mystische München:

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