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	<title>Mystische Orte &#187; Fluss</title>
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	<description>von Christopher A. Weidner</description>
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		<title>Die Nixe aus der Unstrut</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 20:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CAW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_207" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-207" title="An der Unstrut" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2008/07/unstrut-300x200.jpg" alt="Foto: Christopher Weidner" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Foto: Christopher Weidner</p></div>
<p>Bevor die Unstrut bei Naumburg in die Saale m&#252;ndet, hat sie bereits fast 200 Kilometer durch Th&#252;ringen und Sachsen-Anhalt zur&#252;ckgelegt. Ihr Name geht auf das germanische Wort f&#252;r Sumpf zur&#252;ck und die Vorsilbe &#8220;Un-&#8221; ist eine Steigerungsform dazu: wie aus einem Wetter ein &#8220;Unwetter&#8221; wird, so wird aus einem Sumpf, ein &#8220;Unsumpf&#8221; &#8211; oder eben die Unstrut. Dies zeigt, dass dieser Fluss sich mitnichten immer so sanft und beschaulich gegeben haben mag, wie ihn heute Kanufahrer und Wanderer erleben. Und so verwandelt sich das von B&#228;umen und B&#252;schen flankierte Gew&#228;sser noch heute in regenreichen Zeiten in einen rei&#223;enden Strom und sein Wasser droht &#252;ber die Ufer zu treten und Wiesen, Felder und St&#228;dte zu &#252;berfluten.<span id="more-206"></span></p>
<div id="attachment_209" class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><img class="size-medium wp-image-209" title="Der Fischer und die Nixe - Knut Ekvall" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2008/07/nixe.jpg" alt="Quelle: Wikipedia" width="180" height="239" /><p class="wp-caption-text">Quelle: Wikipedia</p></div>
<p>Diese Unberechenbarkeit des Wassers schuldete man in fr&#252;heren Zeiten den Launen der Wassergeister, die ihre Heimst&#228;tte in den Fl&#252;ssen hatten. Wie ihre gro&#223;e Schwester, die Saale, wird auch die Unstrut von solchen unheimlichen Wesen bewohnt. Man erz&#228;hlt sich von der Unstrutnixe und beschreibt sie als eine wundersch&#246;ne Frau mit wasserhellen Augen und langen, nasstriefenden Haaren, die ihr bis zu den Fersen reichen. Wenn sie an den Ufern entlang schreitet, rauscht sanft ihr Kleid aus Seide und man h&#246;rt das Pl&#228;tschern der Wellen darin. Auch wenn sie vielen Menschen nicht geheuer ist, so gilt sie doch nicht als b&#246;ser Geist, denn wer ihr wohlgesonnen ist, den l&#228;sst sie in Frieden und zeigt sich sogar mildt&#228;tig, dann und wann. Doch &#252;ble Menschen und solche, die ihr spotten, haben nichts Gutes von ihr zu erwarten: die holt sie in ihr nasses Grab.</p>
<p>Die Unstrut, so hei&#223;t es, will noch vor dem Johannis-Tag &#8211; der Mittsommernacht -, ein Opfer haben. Erst danach ist man an ihren Ufern wirklich sicher. Nur Kinder sollten das ganze Jahr auf der Hut sein, denn trauen sollte man dem Frieden auf keinen Fall. Einmal warfen dumme Jungen mit Steinen nach der Nixe als sie gerade auftauchte und sangen:</p>
<blockquote><p>Wassernixe, du musst sterben<br />
in dem tiefen Wasserloch!<br />
Wassernixe, bist getroffen?<br />
Wassernixe, lebst du noch?&#8221;</p></blockquote>
<p>Das freilich mussten die Bengel b&#252;&#223;en. Ehe sie es sich versehen konnten, griff sie eines der Kinder und zerrte es an den dunklen Grund des Wassers &#8211; auf Nimmerwiedersehen. Ein anderes Mal weinte eine Frau an den Ufern der Unstrut und beklagte den Verlust ihres Kindes, das in den Fluss gefallen und dort ertrunken war. Die Tr&#228;nen regneten nur so in das Wasser. Da tauchte die Nixe auf und &#252;bergab der Mutter das tote Kind, um zu zeigen, dass sie es nicht geholt hatte, sondern das es ein Unfall war. Zugleich &#252;berreichte sie ihr eine goldene Schale mit Perlen darin und fl&#252;sterte mit ihrer sanften, pl&#228;tschernden Stimme: &#8220;Nimm diese, es sind deine Tr&#228;nen, die ich auffing&#8221; &#8211; und verschwand in den Tiefen.</p>
<div id="attachment_208" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-208" title="Unwetter an der Unstrut" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2008/07/unstrut_gewitter-300x200.jpg" alt="Foto: Christopher Weidner" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Foto: Christopher Weidner</p></div>
<p>Geopfert haben die Menschen den Wassergeistern, in der Hoffnung, sie milde zu stimmen und vor dem Hochwasser verschont zu bleiben. So wird berichtet, dass ein M&#252;ller, dessen Wehr von der Unstrut immer wieder zerst&#246;rt worden war, geh&#246;rt hatte, er m&#252;sse ein lebendes Wesen beim Errichten des neuen Wehrs einmauern. Nach anf&#228;nglichem Zweifeln entschied er sich, dieses schreckliche Opfer zu bringen und kaufte einer armen Frau ihr Neugeborenes ab. Unter Zauberspr&#252;chen mauerte der Baumeister des M&#252;llers den S&#228;ugling um Mitternacht in das neue Wehr ein &#8211; mit Erfolg: zwanzig Jahre trotze das Bauwerk jedem Hochwasser. Eines Tages aber ging die Mutter des Kindes an dem Wehr vorbei &#8211; da erhob sich die Unstrut, begann zu brodeln und zu sch&#228;umen, b&#228;umte sich in einer gewaltigen Welle auf und zerst&#246;rte die Mauern. Aus den Fluten aber tauchte eine wundersch&#246;ne Nixe auf mit langem, goldenem Haar, niemand anderes als die Tochter der ungl&#252;ckseligen Frau. In Panik rannte sie davon. Tage sp&#228;ter fand man sie &#8211; ertrunken in der Unstrut.</p>
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