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	<title>Mystische Orte &#187; Murnau</title>
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	<description>von Christopher A. Weidner</description>
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		<title>Das Ramsachkircherl bei Murnau</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 09:38:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CAW</dc:creator>
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		<description><![CDATA[S&#252;dlich von Murnau bei Ramsach wacht die kleine Kirche St. Georg &#252;ber das Moos. Sie gilt als die &#228;lteste Kirche rund um den Staffelsee und wird im Volksmund auch &#8220;s&#8217;&#196;hndl&#8221; genannt &#8211; von &#8220;Ahnin&#8221; oder &#8220;Ahne&#8221; &#8211; und birgt ein au&#223;ergew&#246;hnliches Kleinod, das seinesgleichen in Europa sucht: Seit Menschengedenken wird dort eine etwa sechzig Zentimeter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2007/04/ramsach_kirche_1.jpg" alt="Ramsachkircherl" width="150" height="200" />S&#252;dlich von Murnau bei Ramsach wacht die kleine Kirche St. Georg &#252;ber das Moos. Sie gilt als die &#228;lteste Kirche rund um den Staffelsee und wird im Volksmund auch &#8220;s&#8217;&#196;hndl&#8221; genannt &#8211; von &#8220;Ahnin&#8221; oder &#8220;Ahne&#8221; &#8211; und birgt ein au&#223;ergew&#246;hnliches Kleinod, das seinesgleichen in Europa sucht: Seit Menschengedenken wird dort eine etwa sechzig Zentimeter hohe, aus Eisenblech geschmiedete Hand-Glocke aufbewahrt, wie sie von den iroschottischen Wanderm&#246;nchen, die Bayern missionierten, gel&#228;utet wurdem. Nachgewiesenerma&#223;en stammt sie aus dem 8. Jahrhundert und ist damit wohl die &#228;lteste Glocke Deutschlands.</p>
<p>Glocken riefen die Menschen nicht nur zum Gottesdienst, sondern galten auch als Schutz vor den  dunklen M&#228;chten. Die St. Georgs Kirche in Ramsach blickt &#252;ber das geheimnisvolle Moor, in dem Moorgeister und andere Ungeheuer ihr Unwesen treiben. Der Heilige Georg ist nicht umsonst der Patron dieser Kirche, denn er beh&#252;tet die Menschen vor den d&#228;monischen Kr&#228;ften, die zwischen den hohen Gr&#228;sern des Sumpfes zu lauern scheinen. Rechts vorne an der Innenwand der Kirche ist sein Bild zu sehen.<span id="more-15"></span></p>
<p><img class="alignright" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2007/04/murnau_moos.jpg" alt="Murnauer Moos" width="200" height="150" />Die Sage erz&#228;hlt auch von einem Lindwurm, der ganz in der N&#228;he gehaust hat und sich durch einen gro&#223;en Appetit auf Jungfrauen unbeliebt gemacht hatte. Am so genannten &#8220;Drachenstich&#8221; erlegte ein mutiger Murnauer das Ungeheuer &#8211; und fortan war Ruhe. So mehren sich in diesem idyllischen Flecken Erde die Anspielungen auf das Motiv der B&#228;ndigung der M&#228;chte der Finsternis.</p>
<p><img class="alignleft" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2007/04/st-georg_effeltrich.jpg" alt="St. Georg - Wehrkirche in Effeltrich" width="97" height="200" />Den Heiligen Georg finden wir an vielen geomantisch bedeutsamen Orten wieder. Doch was hat es in Wirklichkeit mit diesem christlichen Symbol der Verteidigung gegen das B&#246;se auf sich? Mit seiner Lanze durchbohrt St. Georg den Drachen: wenn der Drache ein Symbol f&#252;r die Erdkr&#228;fte ist, dann ist Georg das Symbol f&#252;r die Bindung dieser Kr&#228;fte an einen Ort. So steht die Pf&#228;hlung des Ungeheuers weniger f&#252;r die Vernichtung des B&#246;sen, sondern f&#252;r die Konzentration der Kr&#228;fte eines Ortes, um sie f&#252;r den Menschen nutzbar zu machen. Wir befinden uns also an einem Drachenort, einem echten Kraftplatz, an dem wir uns mit der Kraft der Erde aufladen k&#246;nnen. Ich gehe um die kleine Kirche herum, blicke &#252;ber die wei&#223; get&#252;nchte Mauer auf das endlose Moor.</p>
<p>Ich in mich hinein, frage mich: <em>Welchen inneren Schatz berge ich in mir? Welche Kr&#228;fte und F&#228;higkeiten, die ich in mir trage, sch&#252;tzen mich vor den Anfeindungen der Welt? Vor welchen Einfl&#252;ssen habe ich &#252;berhaupt Angst &#8211; und warum?</em></p>
<p><img class="alignright" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2007/04/ramsach_kirche_2.jpg" alt="Ramsachkircherl" width="200" height="150" />Der kleine H&#252;gel, auf das Ramsacherkircherl steht, war wohl schon in Vorzeiten ein alter heidnischer Kultort. An der Stelle des Altars, so hei&#223;t es, soll einst ein Opferstein gestanden haben. Auch wenn wir nichts genaues wissen k&#246;nnen, so k&#246;nnen wir doch an diesem Ort deutlich sp&#252;ren, wie hier die Erdkr&#228;fte aufsteigen. Rund um die Kirche herrscht eine eigenartig beschwingte Energie, die zum Verweilen einl&#228;dt. Tats&#228;chlich f&#252;hle ich mich im Schatten der Kirche geborgen und der Blick streift &#252;ber die Weiten des unwirtlichen Moores bis hin zu den hoch aufragenden Bergen.</p>
<p>Am Fu&#223;e der Kirche befindet sich &#252;brigens unter ausladenden Kastanien eine Wirtschaft mit Biergarten &#8211; der ideale Ausgangs- und Endpunkt f&#252;r Wanderungen in die geheimnisvolle Welt des Murnauer Mooses.</p>
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