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	<title>Mystische Orte &#187; See</title>
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	<description>von Christopher A. Weidner</description>
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		<title>Der Bauerngraben</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 12:21:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CAW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Harz]]></category>
		<category><![CDATA[See]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen Ro&#223;la und Agnesdorf, westlich von Questenberg, liegt der geheimnisvolle Bauerngraben.
Unser Spaziergang beginnt an einem Parkplatz an der Stra&#223;e von Ro&#223;la nach Agnesdorf, an dem der Karstwanderweg nach Osten Richtung Questenberg f&#252;hrt. Wir aber wenden uns westw&#228;rts, &#252;berqueren die Stra&#223;e und tauchen in den dichten Buchenwald ein. Hin und wieder leuchten die roten Beeren der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_113" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-113" title="bauerngraben" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2008/07/bauerngraben.jpg" alt="Foto: Christopher Weidner" width="200" height="150" /><p class="wp-caption-text">Foto: Christopher Weidner</p></div>
<p>Zwischen Ro&#223;la und Agnesdorf, westlich von Questenberg, liegt der geheimnisvolle Bauerngraben.</p>
<p>Unser Spaziergang beginnt an einem Parkplatz an der Stra&#223;e von Ro&#223;la nach Agnesdorf, an dem der Karstwanderweg nach Osten Richtung Questenberg f&#252;hrt. Wir aber wenden uns westw&#228;rts, &#252;berqueren die Stra&#223;e und tauchen in den dichten Buchenwald ein. Hin und wieder leuchten die roten Beeren der Eberesche am Wegrand auf. Der kaum befestigte Weg steigt in sanften Schw&#252;ngen auf und ab, an unz&#228;hligen Dolinen vorbei, die erahnen lassen, auf welchem Gestein wir hier wandern. <span id="more-108"></span>Schlie&#223;lich &#246;ffnet sich der Wald zu unserer Rechten und gibt den Blick frei auf Felder und &#196;cker. Nach einer Weile wird es auch zu unserer Linken lichter und zwischen den Zweigen und &#196;sten blitzt der wei&#223;e Karstfelsen auf, w&#228;hrend die B&#246;schung auf einmal einige Meter steil abf&#228;llt und zwischen den B&#228;umen ein T&#252;mpel sichtbar wird, der sich auf dem Grund einer weitl&#228;ufigen Talsenke befindet. Wir gehen noch ein St&#252;ck des Weges am Rande dieser Senke entlang bis die B&#228;ume ganz weichen und den Blick v&#246;llig freigeben auf das Tal. Wir stehen da und staunen.</p>
<div id="attachment_114" class="wp-caption alignnone" style="width: 660px"><img class="size-full wp-image-114" title="bauerngraben_panorama" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2008/07/bauerngraben_panorama.jpg" alt="Foto: Christopher Weidner" width="650" height="99" /><p class="wp-caption-text">Foto: Christopher Weidner</p></div>
<p>Eine gr&#252;ne, sumpfige Landschaft erstreckt sich zu unseren F&#252;&#223;en, zwischen hohem Gras leuchten gelbe und violette Blumen auf. Fast unscheinbar zeichnet der m&#228;andernde Glasebach seinen Weg durch das satte Gr&#252;n.<br />
Wir treffen zwei Wanderer, die sich als Einheimische vorstellen. Die Frau erz&#228;hlt, dass sie als Kind im Bauerngraben schwimmen ging, und dass das Wasser wundervoll klar und sauber sei und bis an den Waldrand hinauf reicht, doch seit zwei Jahren h&#228;tte sich der See nicht mehr gezeigt. Ob man denn nicht sagen k&#246;nne, wann der See wieder auftaucht, frage ich. Nein, f&#252;gt der Mann hinzu, man habe keine Regelm&#228;&#223;igkeit beobachtet, weder die Schneeschmelze im Fr&#252;hjahr noch starke Regeng&#252;sse h&#228;tten einen Einfluss. Er sei eben nicht periodisch &#8211; und nun verstehe ich, warum er auf manchen Karten als episodischer See eingetragen war. Er kommt und geht, wann er will.</p>
<div id="attachment_115" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-medium wp-image-115" title="bauerngraben_vegetation" src="http://www.mystische-orte.de/wp-content/uploads/2008/07/bauerngraben_vegetation.jpg" alt="Foto: Christopher Weidner" width="200" height="150" /><p class="wp-caption-text">Foto: Christopher Weidner</p></div>
<p>Wie erkl&#228;rt sich dieses seltene Ph&#228;nomen? Der Bauerngraben tr&#228;gt den Titel &#8220;episodischer See&#8221;: Wenn zuviel Wasser aus dem Glasebach in das Becken dr&#228;ngt, staut es sich, denn die Schluckl&#246;cher des Karstfelsens, die in ein weitverzweigtes H&#246;hlensystem f&#252;hren, in das sich der Bach ergie&#223;t, k&#246;nnen schnell durch Schlamm verstopfen. Dann kann es vorkommen, dass &#252;ber Wochen, Monate und sogar Jahre Wasser im Bauerngraben zu finden ist. Ebenso h&#228;ufig aber kann der Bauerngraben &#252;ber Jahre trocken bleiben. Dieses unstete F&#252;llen und Leeren des Sees hat Anlass zu vielen Geschichten und Spekulationen gegeben, denn niemand vermag vorherzusagen, ob er das etwas drei Hektar gro&#223;e Becken als See besuchen wird oder nur eine sumpfige Wiese vorfinden wird. Von heute auf morgen kann sich der Zustand des Bauerngrabens &#228;ndern. Einmal soll sich der See &#252;ber einige Jahre gehalten haben. Da hat man sich ein Herz gefasst und Karpfen in den Teich gesetzt, um das Gew&#228;sser zu befischen. Das ging auch einige Zeit gut &#8211; doch dann war der See wieder &#252;ber Nacht verschwunden, und mit ihm alle Fische.</p>
<p>Meine oben geschilderte Begegnung mit dem Bauerngraben fand bereits 2005 statt. Zurzeit (2008) ist der See offensichtlich wieder gef&#252;llt &#8230; wie lange diesmal?</p>
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